Tiqqun: Alles ist gescheitert, es lebe der Kommunismus!

Der Spiegel wundert sich (vordergründig, er hat ja selbst keines), dass die Buchmesse kein Thema mehr hat. Die schreckliche Gemeinschaft (tiqqun) kann keine Themen mehr haben, sie hat auch keine Form und kann deswegen nur einbeziehen, nicht ausschließen. Sie legt sich als eine Schleimspur über alles und erzeugt einen nachhaltigen Ekel. Das ist der wahre Sinn der Nachhaltigkeitsdebatte. “Die schreckliche Gemeinschaft funktioniert, wie jede menschliche Formation in der fortgeschrittenen kapitalistischen Gesellschaft, als eine sado-masochistische Vergnügungs-Ökonomie.” Man kann dort nicht mehr auftauchen, das verbietet sich von selbst:  “Der Horizont ist für die Militanten die Linie, in deren Richtung man immer gehen muss. Denn dort befinden sich alle, die sich verloren haben.” tiqqun

“Von allen verfallenden Vermächtnissen der Arbeiterbewegung stinkt nichts so so sehr wie die Kultur und nun der Kult der Arbeit.”

“Die beunruhigendste Tatsache dieser letzten zwanzig Jahre ist zweifelslos, dass es dem Imperium gelungen ist, aus den Scherben der Zivilisation einen neuen Menschen zu bilden, der organisch seinen Interessen dient: der Bürger … diese variable Fraktion bedingungsloser Agenten, die das Imperium jeder Bevölkerung entnimmt, bildet die menschliche Realität des Schauspiels und der Biomacht, sie ist der Punkt ihrer absoluten Übereinstimmung.”

“Man sieht sehr wohl, dass es die gleiche Leidenschaft der Wurzeln, der Bäume, der Steppe, des Schweinestalls und der Dörfer ist, die sich heute gegen die globale Finanzspekulation äußert, und die morgen die leiseste Bewegung der revolutionären Entgrenzung unterdrücken wird. Es ist überall der gleiche Geruch von Scheiße, den die Mäuler ausatmen, die nur im Namen des Bauches sprechen können.”

“Man wundert sich sich oft über den Bruch der gesamten historischen Überlieferung, über die Tatsache, dass nun seit gut fünfzig Jahren “Eltern” nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben “ihren” Kindern zu erzählen, einen Bericht darüber zu geben, der mehr wäre als ein Haufen aneinandergereihter lächerlicher Anekdoten.”

“Durch ihre Arroganz, die Arroganz der Weltpolizei und die permanenten Siegesbotschaften präsentiert sich eine Welt selbst als die einzig mögliche, die Krone der Schöpfung, und hat es mit dieser Gewalt geschafft, verabscheuenswert zu werden.”

“Die Büros sind gemacht, um zu arbeiten. Der Strand ist gemacht, um braun zu werden. Diejenigen, die sich unterhalten wollen, gehen aus freien Stücken in Freizeitbbereiche, Diskotheken und andere dafür eingerichtete Luna-Parks. In der Bibliothek gibt es Bücher. In den Hospizen sind die Alten. In den Pavillons sind die Familien. Das Leben besteht aus ungebundenen Momenten. Jeder Moment hat seinen Platz. Es ist alles in Ordnung. Niemand beschwert sich darüber.”

Tiqqun: “Alles ist gescheitert, es lebe der Kummunismus!” ist im Laika Verlag erschienen.

This entry was posted on Saturday, October 12th, 2013 at 10:27 am and is filed under Politik, Tiqqun. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

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