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Saturday, June 7th, 2008

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Veröffentlichungen 2010:
Achim Szepanski »Pole Position”
Achim Szepanski »Verliebt ins Gelingen«
Achim Szepanski »Saal 6«

20.02.2010 Volksbühne Berlin/ Roter Salon mit Thomas Kapielski (Merve Verlag) Bleed, Rechenzentrum & Boris Polonski

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"pole position" /><br />
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Achim Szepanski
Pole Position
Roman
ISBN: 978-3-98-13277-0-5
622 Seiten, Paperback
ca. 16 Euro

Der Roman beginnt mittendrin, gerade weil das Ende sich in den Anfang zurückschlingt. So bleibt alles in der Schwebe. Vier Mädchen sitzen an der Strandbar eines Kasinos am Pazifischen Ozean. Nathalie, das fünfte, ist unterwegs verlorengegangen. Zwei der drei männlichen Protagonisten, die ein undurchschaubares Konglomerat aus kunstorientierten Unternehmen und Hedgefonds zwischen Bahnhofs- und Bankenviertel in Frankfurt betreiben, sind zurückgeblieben.
Zuvor passiert das: Der Drang, aus den Endlosschleifen des Business zu entkommen, peitscht den Ich-Erzähler in die umgebenden Clubs und Bars, lässt ihn unwahrscheinliche Beziehungen zu Table-Tänzerinnen eingehen, die an den Strukturen der Clubmaschinerien zerschellen, während der erfolgreiche Multimillionär und Fondsmanager Mansfeld, der das Bahnhofsviertel als Aufzeichnungsfläche für immer ungewöhnlichere Geschäfte entdeckt, trotz der Finanzkrise verbissener denn je seine Projekte betreibt. Platten Bankerslogans wie „Mit Derivaten handeln ist wie auf Pferde wetten“ setzt er das Motto: „Mit Derivaten handeln ist wie Pferdchen laufen lassen“, entgegen, er muss allerdings erkennen, das die Figur, der Sex erfordere das Geld und das Geld ziehe den Sex nach sich, so seine Tücken hat. Geld ist Zeit. Wird Geld geschöpft, enstehen Schulden. Mehr Schulden führen zu mehr Geld und zu mehr Gewinn, wobei die Logik des Kapitalismus, die auf dem Kredit aufbaut, mit dem Problem zu kämpfen hat, dass die Wirtschaft nicht wächst, wenn der Kredit sich nicht erhöht, der aber von dem Glauben der Spekulanten und Investoren an die Amortisierung der Schulden in der Rendite abhängig ist. Und womit Mansfeld überhaupt nicht gerechnet hat: Tänzerinnen, Models und Pornstars spielen mit ihrer Sexyness ihr Spiel, als wäre es das Normalste auf der Welt.
Alles noch nicht ganz ungewöhnlich, wäre da nicht Snaffu, den ein Unfall im Kindesalter mit der besonderen Gabe eines eidetischen Vermögens entschädigt hat, mit dem er in einer von Mansfeld angemieteten Villa das Body-Design von Models mittels einer Mischung aus virtuellem Body-Sculptering und Tätowierung übernimmt. Figuren wie Dr. Schönblick tauchen auf, seltsame Schnitt- und Sexualpraktiken werden ausgeübt, obskure Geschäfte gemacht, und wer weiß schon mit welchem Erfolg. Es sind gebrochene und sprengende Handlungen, die durch Inklusionen fortschreiten, einen reichhaltigen Apparat von essayistischen Fußnoten, Schriften und linguistischen Materialien in Anschlag bringen. Eine Mereologie bzw. Rhapsodie an der Grenze zum Jahr 2010.

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verliebt ins gelingen

Achim Szepanski
Verliebt ins Gelingen
Roman
ISBN: 978-3-98- 13277-1-2
446 Seiten, Paperback
ca. 14 Euro

Eine Casting-Groteske. Prominenz-Light. Mittelmäßigkeit ist relativ, wenn man bedenkt, dass im Casting in Siumlationskammern Wettkämpfe aller Art ausgefochten werden, jeder gegen jeden, um vor Millionenpublikum zu dokumentieren, dass die einen eher zum Morden, die anderen eher zum Sterben geschaffen sind. Kann man der Spirale aus Freiwilligkeit und Reglementierung, die sich zwischen Gecasteten und Produzenten/Fernsehsendern abspielt, jemals wieder entkommen, wenn sich die Protagonisten erstmal in sie hineingedreht haben? Verliebt ins Gelingen - mit diesem Slogan bahnt sich der Chefjuror der Agentur Superstyle, Conny Island, ein ehemaliger Student der Medienwissenschaften mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten, in der Casting-Show The Belover seinen Kurs auf das Börsenparkett der Prominenz, während der kaum charismatische Kandidat Walter Baumann sich schon zu Beginn der neuen Staffel als kommender Superstar abzeichnet, aber im Verlauf der Veranstaltung in höchst komplexe Verstrickungen mit einer Gruppe von subversiven Car-Crashern gerät, vor allem mit der eigensinnigen, ja, der beinahe verhexten Kandidatin Marianne, die sich in der Casting-Show TopGirl eines Konkurrenzsenders einen erbitterten Fight mit dem Promikind Anna sowie dem gesamten Coaching-Team der Produktionsfirma Kalt & Kalt liefert, zuletzt mit dem Fernseh- und Internetpublikum und mit der ganzen Welt. Dabei provoziert sie spektakuläre Auftritte und Aktionen, so bahnbrechend, dass sich zerstreute und metastasierende Massenbewegungen herausbilden, deren Popularität sie unablässig beschleunigt. Ihr Spiel gewinnt eine gefährliche Eigendynamik, seltsame und imagesüchtige Managerinnen stehen ihr zur Seite oder auch nicht, Projekte und Imaginationen werden erprobt, Business-Languages gesprochen und das immer auf den Erfolg ausgerichtet. Wer ihn erkämpft, ist dafür niemandem zu Dank verpflichtet, wer verliert, findet keine Adresse, bei der er sich beschweren kann. Ob das Spiel aufgeht?