<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!-- generator="wordpress/2.3" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>Rhizomatique</title>
	<link>http://edition-mille-plateaux.de</link>
	<description>philosophy</description>
	<pubDate>Mon, 14 May 2012 20:18:10 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.3</generator>
	<language>en</language>
			<item>
		<title></title>
		<link>http://edition-mille-plateaux.de/2010/09/19/110/</link>
		<comments>http://edition-mille-plateaux.de/2010/09/19/110/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Sep 2010 06:25:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[General]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://edition-mille-plateaux.de/2010/09/19/110/</guid>
		<description><![CDATA[Sämtliche hier wiedergegebenen Texte sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne ausdrückliche Erlaubnis in keiner Form wiedergegeben oder zitiert werden.
Veranstaltungen:
Frankfurt Fr. 1.6.2012 Konferenz mediamatter2012.blogspot.de
21 Uhr - Lola Montez - concert with Thomas Köner /Djs Bleed (De-Bug) &#38; Paradroid
Frankfurt Do 7.6. 2012 - Moseleck -  Lesungen &#8220;Rotlicht im Kopf&#8221; mit Peter Zingler,
Achim Szepanski, Harry Roth, Swami [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sämtliche hier wiedergegebenen Texte sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne ausdrückliche Erlaubnis in keiner Form wiedergegeben oder zitiert werden.</p>
<p>Veranstaltungen:<br />
Frankfurt Fr. 1.6.2012 Konferenz <a href="http://mediamatter2012.blogspot.de/" target="_blank">mediamatter2012.blogspot.de</a><br />
21 Uhr - Lola Montez - concert with Thomas Köner /Djs Bleed (De-Bug) &amp; Paradroid</p>
<p>Frankfurt Do 7.6. 2012 - Moseleck -  Lesungen &#8220;Rotlicht im Kopf&#8221; mit Peter Zingler,<br />
Achim Szepanski, Harry Roth, Swami Durchananda</p>
<p>soon: Essay &#8220;Der Begriff der Differenz bei Gilles Deleuze&#8221; (Achim Szepanski)<br />
new: e-shop &amp; Vortrag zum Finanzkapitalismus (Achim Szepanski) &amp; Konvolute zu David Foster Wallace (Sylvia John)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%" align="JUSTIFY"> Achim Szepanski     Saal 6  &amp; Pole Position  out now!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%" align="JUSTIFY"> Interview und Vorabdruck in  De-Bug 1/2011<br />
<a href="http://www.de-bug.de" target="_blank">www.de-bug.de</a><br />
de bug pdf<a href="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/achim8.pdf" title="de bug pdf">de bug pdf</a></p>
<p>Review in Jungle World 3/2011 von Cord Riechelmann</p>
<p><a href="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/saal6.pdf" title="jungle world pdf">jungle world pdf</a></p>
<p>Interview mit Reinhard Jellen in Telepolis 23.4.2011</p>
<p><a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34584/1.html" target="_blank">http://www.heise.de/tp/artikel/34/34584/1.html</a></p>
<p>Review in 1Live von Jan Drees:</p>
<h3>Fremdwort-Tsunami</h3>
<p class="wsImgMBu wsIMG160b left" id="wsBu2">  <a href="http://www.einslive.de/magazin/literatur/2011/02/whitehead.jsp?pbild=2#pic" title="Bild vergrößern"> <img src="http://www.einslive.de/magazin/literatur/2011/02/img/szepanski_rhizomatique_k.jpg" class="wsIMG160b" alt="Cover: " /> </a> <a href="http://www.einslive.de/magazin/literatur/2011/02/whitehead.jsp?pbild=2#pic" title="Bild vergrößern"> <img src="http://www.einslive.de/codebase/nav/2006/e6_f09/lupe_plus.gif" class="wsLupe" alt="Bild vergrößern" /></a></p>
<p id="wsBu2After">Mit den Labels &#8220;Force&#8221;, &#8220;Ritornell&#8221; und &#8220;Mille Plateaux&#8221; (nach dem Kapitalismus &amp; Schizophrenie-Gewaltbuch &#8220;1000 Plateaus&#8221; von Deleuze/Guattari aus dem Jahr 1980) hat der gebürtige Karlsruher Achim Szepanski in den 90ern Noise-Technogeschichte geschrieben. Frickelking Asmus Tietchens, Acid-Pionier Robert Babicz, Digital Hardcore-Held Alec Empire gab er eine Heimat. Nach Suhrkamp-, De:Bug-, Wissenschaftstexten holt er zur Megabuchtriolgie aus und veröffentlicht auf eigene Faust drei fette Romane, die leicht wahnsinnig daherkommen. &#8220;Saal 6&#8243; erzählt auf 750 Seiten eine systemkritische Geschichte über die gedopte Bankerszene im Jahr 2013.</p>
<p>Top-Banker und Teilzeitsadist Dr. Dr. Hanselmann will das Weltgeld einführen, während ein geschasster Philosoph und ein alternder Starkoch am See sitzen und abgehobenen Big-Talk pflegen. In dieser Welt zwischen Hegel und Hedge-Fonds geht es unter anderem um: Jelly Beans, Rastertunnel-Mikroskopie, Konstruktivismus, Fußfesseln, Nietzsche, selbstgebastelte Flugdrohnen, thailändische Steroide und um Typen, die Boxer-Dieter oder Freaky Franky heissen. Kurz: Die Textparty glüht. &#8220;Saal 6&#8243; ist vergleichbar mit &#8220;Inland Empire&#8221; von Regisseur David Lynch - man muss die Story schlafwandlerisch passieren lassen, wie eine Performance, nicht an Handlungsstränge und Creative Writing-Kniffe glauben, dann wird&#8217;s eine gute Zeit. Abgedreht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><strong>Deutschland im Herbst zwanzigzehn – </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><em>Achim Szepanski debütiert als Romanautor gleich mit zwei Wortbomben</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"> Achim Szepanski, ehemaliger Chef der wegweisenden Technolabels Force Inc. und Mille Plateaux und passionierter Theorie-Desperado, ist nun unter die Romanciers gegangen und hat – wie sollte es auch anders sein – einen unfassbaren Wahnwitz in Form einer Romantrilogie geschaffen.   Mit den ersten beiden Romanen <em>Pole Position</em> und <em>Saal 6 </em>ist ihm ein Totalangriff auf das Geschmacksbürgertum und die alles infiltrierende Logik der Finanzindustrie gelungen, ein Mix aus Pulp, Gonzo, Börsenjargon, Gilles Deleuze und David Foster Wallace. Die Lektüre der Texte gerinnt zu einer körperlichen wie psychischen Zumutung und Herausforderung.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm"> Ort der Handlung(en) ist das Frankfurter Bankenmilieu der nahen Zukunft, die Protagonisten sind u.a. Broker, Prostituierte und ein ehemaliger Philosophie-Professor, die Handlungsstränge mäandern zwischen Hardcore-Hedging in den Handelsräumen der „Esperanto Bank“, Sex-Parties in der Praxis eines undurchsichtigen Schönheitschirurgen und einer spontanen Durchfall-Orgie in einer Sozialstation im Herzen Frankfurts. Und das alles ist durchsetzt von seitenlangen Analysen des „Echtzeitregimes der Finanzmärkte“ und der Natur des „Chaosmos“ der libidinalen Geldströme, virtuellen Wunschmaschinen und drogeninduzierten Psychosen. Beim Lesen riecht man förmlich eine Bankerleiche. Wer sich da hinein wagt, kommt anders wieder raus.<br />
Die ersten beiden voluminösen Teile seiner Romantrilogie – <em>Pole Position</em> und <em>Saal 6 – </em>erscheinen im Herbst im Rhizomatique-Verlag. Im Frühjahr 2011 kommt der dritte Teil in den Handel: <em>Verliebt ins Gelingen</em>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Copyright <font>© 2010, Bastian Tebarth</font></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">&nbsp;</p>
<p><a href="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/saal6_cover.jpg"><img src="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/saal6_cover.thumbnail.jpg" /></a><a href="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/saal6_cover.jpg"><img src="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/saal6_cover.thumbnail.jpg" /></a><a href="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/saal6_cover.jpg"><img src="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/saal6_cover.thumbnail.jpg" /></a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"> Achim Szepanski<br />
Saal 6<br />
756 Seiten, Paperback<br />
rzm 001/ Rhizomatique</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">24.-Euro</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">ISBN978-3-98 13227-2-9</p>
<p>Im virtuellen Gefüge des Erzählens sind seit dem Roman Pole Position fünf Jahre  vergangen. Wir schreiben das Jahr 2013. Durch die Stadt mitsamt ihren Segmenten, Linien und Dynamiken geistert das Phantom eines Ortes, Saal 6, ein Gewebe, das Spekulation auf  Spekulation folgen lässt, dessen Effekte immer wieder den Fortsturz der Realtime-Zirkulation des elektronischen Computerhandels auf den Finanzmärkten bedeuten, und deren Pathologien der TopBanker Dr. Dr. Hanselmann mit Hilfe der  global operierenden Esperanto Bank zu kurieren glaubt, wenn ihm nur die  Einführung des Weltgeldes endlich gelingen würde. Die Dynamiken der  entfesselten Finanzökonomie auf Basis des E-Empire der  Telekommunikations-, Computer– und Elektroindustrie bedürfen der  Kalkulation einer offenen und ungewissen Zukunft. Die Märkte, Futures,  Derivate &amp; Optionen handeln mit gegenwärtigen Erwartungen über  zukünftige Gewinne, bewerten eine kontingente Zukunft danach, wie der  Markt selbst sie gegenwärtig bewertet. Doch alles kommt anders, es löst sich auf und erneuert sich mit eher opaken und bösen Überraschungen, für die anscheinend Saal 6 steht. Im Background  der Stadt vollzieht sich zeitgleich ein fulminanter Angriff auf die  Gestrauchelten und die Ausgeschlossenen, die den Frankfurter Stadtwald  untertunneln und dort, umgeben von großen Müllhalden, ihre letzten  Widerstandsnester pflegen.<br />
Das ungleiche Paar Alfons und Alonso sitzt am Ententeich - ein  ehemaliger Philosoph und ein alternder Starkoch - und beobachtet in  zeitenthobenen Dialogen die seltsamen Mikroberührungen und Vermischungen von  reichen Freizeitobdachlosen und obskuren Politikaktivisten, schließlich bis in die  Bars und VIP-Clubs der Stadt hinein. Freaky Franky, der Maniker, und  Snaffu, der Eidetiker, pflügen mit ihren Ausflügen die von  Kunst- und Kreditblasen gleichermaßen gedopten Bankenszenerien, den  Stadtwald und das Bahnhofsviertel, berühren sogar die seltsame  Brokerwelt des Dr. Dr. Hanselmann. Einzig der Sommer bleibt im Jahr 2013  eine Seitwärtsbewegung.<br />
Ansonsten wird in den Handelsräumen der Esperanto Bank gehedgt, was das  Zeug hält, werden Pornohefte kollektiv gelesen und vergleichsweise  unsexuelle Interaktionen gepflegt. Dr. Dr. Hanselmann - in der  semio-emotionalen Zange zwischen der Brokerin Sam Kimberlay und einem  Pool von Callgirls - erlebt die tagtäglichen Spannungen im Bankenhaus im  elektrifizierten Sinne einer kontinuierlich und zugleich diskret  operierenden Signal-Finanzbewegung als sein eigenes Fiasko. Unterstützt  von seinem Landsmann Dr. Rütli, dem in Basel ansässigen geistreichen  Erfinder für neueste Designerdrogen, ahnt er, dass  etwas abwesend  Drittes, möglicherweise eine chemische Substanz, möglicherweise eine Differentation in der Differenzierung von  Identität und Differenz, durch die Topologie der Stadt schwingt, das die nach  allem und jedem Süchtigen noch süchtiger und die Komischen noch  komischer machen könnte, oder so komisch wie sie eben sind. Doch gibt es das  geheimnisvolle Dritte überhaupt? Und ist es nicht so, dass Saal 6 ebenso wenig eine Adresse hat wie die Gesellschaft?</p>
<p>deleuze und die neuen becketts<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=sqXdAYtsNSw" target="_blank">www.youtube.com/watch?v=sqXdAYtsNSw</a></p>
<p><a href="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/pp_front.jpg" title="pole position"><img src="http://edition-mille-plateaux.de/wp-content/themes/default/images/pp_front.thumbnail.jpg" alt="pole position" /></a></p>
<p>Achim Szepanski<br />
Pole Position<br />
816 Seiten, Paperback<br />
rzm 002, Rhizomatique<br />
ISBN 978-3-98-13227-0-5</p>
<p>24.- Euro<br />
Das Fantasma, der Sex erfordere das       Geld und das Geld ziehe den Sex nach sich, vermittelt Mansfeld,       einem Fondsmanager, die semantische Spannung eines Siegers, der       von dem lebt, was ihm am besten passt. Gegen Anti-Bankerslogans       wie »Mit Derivaten handeln ist wie auf Pferde wetten« setzt er auf       die Formel »Mit Derivaten handeln ist wie Pferdchen laufen       lassen«, und gewinnt. Es begleiten ihn zwei Mitstreiter, der von       philosophischen Diskursen besoffene Chief K, der in diversen       Tabledancebars der Stadt herumirrt, und der Transeidetiker Snaffu,       den ein Unfall im Kindesalter mit einer besonderen Gabe       entschädigt hat, mit deren Hilfe er in einer von Mansfeld       angemieteten Villa das Body-Design von Models, eine Mischung aus       virtuellem Body-Sculptering und Tätowierungspraktik, betreibt.       Table-Tänzerinnen zirkulieren mit postfeministischer Raffinesse       und Gerissenheit, Figuren wie Dr. Schönblick tauchen auf, seltsame       Schnitt- und Sexualpraktiken werden ausgeübt, obskure       Spekulationsdeals finden permanent statt, und wer weiß schon mit       welchem Erfolg. Ein Apparat von essayistischen Fußnoten ergänzt       den Roman. Darin werden u.a. die Philosophie von Deleuze/Guattari,       die Kritik der politischen Ökonomie von Marx, Diskurse zum       gegenwärtigen Finanzkapitalismus und zur Sexindustrie diskutiert.</p>
<p>Achim Szepanski<br />
Verliebt ins Gelingen<br />
ca. 800 Seiten, Paperback<br />
rzm 003, Rhizomatique<br />
ISBN 978-3-98 13227-1-2<br />
Eine Casting-Groteske. Prominenz-Light. Mittelmäßigkeit ist relativ, wenn man bedenkt, dass im Casting in diversen Simulationskammern Wettkämpfe aller Art ausgefochten werden, jeder gegen jeden, um vor einem Millionenpublikum zu dokumentieren, dass die einen eher zum Morden, die anderen eher zum Sterben geschaffen sind. Kann man der Spirale aus Freiwilligkeit und Reglementierung, die sich zwischen Gecasteten und Produzenten/Fernsehsendern/Jury abspielt, jemals wieder entkommen, wenn sich die Protagonisten erstmal in sie hineingedreht haben? Verliebt ins Gelingen - mit diesem Slogan bahnt sich der Chefjuror der Agentur Superstyle, Conny Island, ein ehemaliger Student der Medienwissenschaften mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten, in der Casting-Show The Belover seinen Kurs auf das Börsenparkett der Prominenz, während der kaum charismatische Kandidat Walter Baumann sich schon zu Beginn der neuen Staffel als kommender Superstar abzeichnet, aber im Verlauf der Veranstaltung in höchst komplexe Verstrickungen mit einer Gruppe von subversiven Car-Crashern gerät, vor allem aber mit der extrem eigensinnigen, ja, beinahe verhexten Kandidatin Nicolin, die sich in der Casting-Show TopGirl des Konkurrenzsenders einen erbitterten Fight mit dem Promikind Anny sowie dem gesamten Coaching-Team der Produktionsfirma Kalt &amp; Kalt liefert, zuletzt mit dem Fernseh- und Internetpublikum und mit der ganzen Welt. Dabei provoziert sie spektakuläre Auftritte und Aktionen, so bahnbrechend, dass sich zerstreute und metastatisierend wachsende Massenbewegungen herausbilden, deren Popularität Nicolin unablässig zu beschleunigen gezwungen ist. Nicolins Spiel gewinnt eine gefährliche Eigendynamik, seltsame und imagesüchtige Managerinnen stehen ihr zur Seite oder auch nicht, Projekte, Risiken und Imaginationen werden erprobt, Business-Languages gesprochen und das immer auf den puren Erfolg ausgerichtet. Wer ihn erkämpft, ist dafür niemandem zu Dank verpflichtet, wer verliert, findet keine Adresse, bei der er sich beschweren kann. Ob das Spiel aufgeht?</p>
<p>Harry Roth<br />
Feuchtigkeit<br />
ca 200 Seiten, Paperback<br />
rzm 004, Rhizomatique<br />
ISBN 978-3-98 13227-3-6</p>
<p>Frankfurt. Arbeitslos. Arbeitsamt. Schulden. Nüchtern ist das Alles nicht zu ertragen. Deshalb trinkt Theo Schwarz. Und zwar Beck`s-Bier, in Hektolitern zu messen. Wohl wissend, dass das schaden kann. Dazu noch gerät er bei einer finanziellen Transaktion in den Dunstkreis des Terrorismus. Da wird ihm empfohlen, Deutschland zu verlassen. Wenn`s denn sein muss, denkt Theo und findet in einem lausigen Fischer- und Badeort in der Karibik die Frau. Die Frau überhaupt, meint Theo. Scharf wie ein Rettich, besonders auf neue Kleider und Schuhe. Und dann auch seine Frau. Nicht mal gegen seinen großen Durst auf Bier erhebt sie Einwände. Alles gut und schön. Bis zum Ende.</p>
<p>Achim Szepanski<br />
Geld und Zeit / Zur Strukturalität des Finanzkapitalismus<br />
ca 300 Seiten, Paperback<br />
rzm 005, Rhizomatique</p>
<p>Achim Szepanski<br />
Der 4. Welt(wirtschafts)krieg<br />
Deleuze/Guattari schreiben: &#8220;Hier (nach dem zweiten Weltkrieg) kam es  zur Umkehrung der Formel von Clausewitz: Die Politik wird zur  Fortsetzung des Krieges, der Frieden löst technisch den grenzenlosen  materiellen Prozess des totalen Krieges aus. Der Krieg hört auf, eine  Materialisierung der Kriegsmaschine zu sein, die Kriegsmaschine wird  selbst zum materialisierten Krieg. In diesem Sinne ist Faschismus gar  nicht mehr nötig. Die Faschisten sind nur kindliche Vorläufer gewesen,  und der absolute Frieden hatte den Erfolg, dass der totale Krieg  gescheitert war. Wir befanden uns bereits im Dritten Weltkrieg.&#8221;  Entscheidend für den Übergang in die nächste Periode des Kapitalismus  ist die globale Digitalisierung der Kriegsmaschine, die damit zur  permanenten virtuellen TODESMASCHINE wird. Die digitale  Kartographisierung  der Kriegsschauplätze in Echtzeit, ja der ganzen  Welt, der Einsatz der Flugdrohnen, der Krieg am Bildschirm, bei dem  zeitgleich der Blick in das umgebende Territorium und auf den Bildschirm  mit Informationen gerichtet wird, bezeugen jene postmoderne  Kriegsmaschine, die nun direkt an die Axiomatik des globalen  Finanzkapitals gekoppelt ist, ja ihm untergeordnet wird. Die  Finanzkapitalmärkte werden zu Cybermärkten. Die Axiomatik des  Kreditgeldes inhäriert, dass in der Gegenwart mit der Ungewissheit der  Zukunft gehandelt wird, wobei die Kapital- und Kreditgeldströme wiederum  regulative Instanzen der Reterritoralisierung benötigen, den Staat und  die Zentralbanken. Allerdings sind es nicht die Finanzkapital- und  Finanzderivatströme, die legitim oder illegitim (virtuelle) Grenzen  überschreiten, um diesseits der Grenze vom Staat wieder eingebunden zu  wer­den, sondern die Grenze selbst wird durch die Strategemisierung der  Axiomatiken sowohl der Kapital- als auch der (immateriellen)  Arbeitsströme als stets vorgeschobene Relation aufgeschoben. Das  imaginäre Zentrum des Kapitals war nie etwas anderes als die vielen  Knotenpunkte von Ver­dich­tung, die weniger denn je der symbolischen  Rahmung durch den Staat bedürfen, sondern im Ge­gen­teil als symbolische  und spekulative Managements selbst ge­währ­leisten, dass  Anschlussfähigkeit immer durch die Deterritorialisierung der  Kapitalströme hindurch in der zu kalkulierenden Zeit erfolgt. Es ist der  Unfall, der digitale Tippfehler und die Störung, jene &#8220;Friktionen&#8221;, von  denen Clausewitz spricht, welche die Konkurrenz zwischen den  Finanzkapitalen unaufhörlich vorantreibt. Gegenwärtige Zukünfte und  künftige Gegenwarten sind niemals deckungsgleich, d.h. sobald eine  künftige Gegenwart aktuell wird, aktualisiert sich auch der Unterschied  zu jener Zukunft, auf die man spekuliert hat und deren Potenziale man  einstmals genutzt hat, und so kehren im Medium eines maschinellen  u-topos stets andere Zukünfte als die erwarteten in die Gegenwart  zurück. Finanztransaktionen sind also immer in kybernetische  Feedbacksysteme integriert, die als abstrakte Maschinen, sofern sie  binäre Maschinen dirigieren, Erwartungen von Erwartungen erzeugen,  Information, Kompentenz und Kenntnisse, welche von wissenschaftlichen  Diskurssystemen extrahiert und akkumuliert werden. Die Materialisierung  der digitalen Kriegsmaschine erfolgt zeitgleich mit dem Entstehen der  Risikokapitalmärkte; es ist die wahrscheinliche Maschine, die  prinzipiell unberechenbare Effekte produziert, und zwar nicht im  negativen Sinne des Nichtfunktionierens oder der Störung, sondern im  postiven Sinne der Hervorbringung von Wirkungen, die auch mit  kybernetischen Feedbacksystemen nicht zu 100% berechenbar sind, womit je  der Toleranzgrad zu bestimmen ist, in welchem Maschinen abzuschalten  sind, ehe sie sich als Zerstörungsmaschine andere Geltung verschaffen.  Tschernobyl. Japan etc. dokumentieren, dass die Kriegsmaschine von der  zivilen Maschine nicht mehr zu trennen ist. Der Krieg wird zum  Cyberkrieg, die Kriegsmaschine zur kybernetischen Cybermaschine, von  denen die Staaten nur Teile sind. Und die Staaten müssen den  Finanzkapitalen helfen, um den Staatsbankrott zu verhindern. Dafür  bekommen sie keinerlei Gegenleistungen, wofür sie den Wirtschaftskrieg  gegen die eigene Bevölkerung forcieren müssen. Die Realtimevernetzung  der globalen Finanzmärkte verunmöglicht den Einsatz von internationalen  Kontrollorganisationen, im Gegenteil sie schafft einen  militärisch-finanziellen Komplex, in dem kriegsfähige Staaten,  Finanzkapital und Kriegsmaschine eine derart unheilvolle Allianz  eingehen, dass der Sicherheitsbegriff des 3. Weltkrieges, der die  molekularisierte, programmierte Katastrophe ergab, durch den Begriff des  permanent präventiv zu kalkulierenden und kontrollierenden Unfalls  ersetzt wird. Zu diskutieren wird sein, welche Auswirkungen gemäß den  Anforderungen der neuen Axiomatik das in geoökonomischer Hinsicht, der  wissenschaftlich-digitalen Kapitalisierung, der macht- und  wirtschaftlichen Verhältnisse haben wird.</p>
<p>&#8220;Eine wirklich exzellente Wortschöpfung, diese&#8221; Moralbuddhas der Medien&#8221; (NZZ). Wenn der wirliche Jesus laut Nietzsche schon eine Art Buddha war, &#8220;ein Buddha auf einem sehr wenig indischen Boden&#8221;, dann setzen die heutigen Moralbuddhas alles um, was Jesus angekündigt hatte, die hohe Kunst eines erleidenden Hedonismus, egal ob es sich um Comedy, Casting, Talkshow oder einen Kommentar im Feuilleton handelt. Diese events sind Derivate des Melodrams, indem sie unaufhörlich die Moral neu designen. Wahlweise Beifall für die neusten Platitüden der Politiker, standing ovations für die Blamage oder Applaus für den schlechten Geschmack oder umgekehrt der radikale Vernichtungszug dagegen, je nach Bedarf und Marktlage, kennzeichnen vor allem eines: hier soll jeder zum wie auch immer vermittelten Teilnehmer werden, auch wenn es bei vielen noch nicht einmal zum Recall reicht. &#8220;So gleicht die spätbürgerliche Demokratie dem Schreckgespenst, das sie an die Wand malt: einem kommunistischen Parteitag&#8221;, schreibt Eike Geisel 1984. Hierin liegt der wahre Sozialismus des Kapitals (und nicht in der neoliberalen Durchsetzung von Marktprinzipien.) Politik, Ökonomie und Kulturindustrie sind eine einzige Laudatio und Akklamation auf sich selbst, die sie wie ihr Leiden, Verpflichtung und Sauforgie zugleich vor sich her tragen. Dass der Jargon der Betriebsamkeit, der alle fünf Minuten ein neues biopolitisches Experimentierfeld entdeckt, am Design von Derivaten seine Erfüllung findet, ist kein Makel oder gar ein Symptom des Verfalls, sondern zeugt von der erreichten Perfektion der Verwandlungskünste des Geldes: das ehemals Teure oder Exklusive erhält seine spezielle Transzendenz erst dann, wenn es als kommunistisches Event oder Casting durch die Medien gejagt wird. Allenthalben zeigt sich darin auch, wer die wirkliche Avantgarde im Kapitalismus ist: jene Agenten bzw. &#8220;Finanzsowjets&#8221; (Marazzi), die die Derivate in Realtime um den Globus rasen lassen. Der wahre Hippster zu sein heißt also, sich im Sinne der Bewirtschaftung von Zukunft maximal zu verschulden. Davon können die Moralbuddhas und ihr Publikum noch einiges lernen, nämlich endlich zwischen Schuld und Verschuldung zu trennen. Dann heißt die Parole nicht mehr, wer nicht mitmacht, ist selbst schuld, sonderm ganz im Sinne eines coolen Opportunismus: wer den Erfolg erkämpft, ist dafür niemandem zu Dank verpflichtet, wer verliert, findet keine Adresse, bei der es sich beschweren kann. Erst wenn die deutschen Moralbuddhas dies begreifen, werden sie auch verstehen , was die Kulturindustrie mit dem Berlusconismus an Anziehungskraft gewonnen hat. Dann erst wird der kommunistische Parteitag zur gelungenen Cocktailparty, bei der auch ältere Herren schon mal ins nostalgische Schwärmen geraten dürfen, um das Remake der Bewahrung des Alten anzustimmen. Die gewiefteren unter ihnen werden sich allerdings zu den Tischen der jungen linken Feuilleton-Hipster gesellen, um sich soufflieren zu lassen, dass die kapitalistischen Widersprüche nicht als Mangelproduktion zu definieren seien, sondern als der Gegensatz zwischen dem Wirklichen und dem jetzt schon Möglichen. Das ist eine schöne idee, die die Finanzsowjets Sekunde für Sekunde in klingende Zahlen umsetzen.&#8221;</p>
<p style="line-height: 150%" align="JUSTIFY"><font face="Garamond, serif"><font size="4"><br />
</font></font></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://edition-mille-plateaux.de/2010/09/19/110/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>

